#SPDerneuern: Gute Bildung, statt schlechter Noten

Ein Gastbeitrag von Felix Leonhardt.

Bildungs- und Schulpolitik ist für viele Genoss*innen ein sicheres Feld, auf dem die SPD gut aufgestellt scheint. Die Forderung nach kostenloser Bildung und nach Gemeinschaftsschulen sind wichtig und sprechen für sich. Damit ist der Themenkomplex Bildung allerdings bei weitem nicht abgehandelt. Unser Bildungssystem krankt an so vielen Ecken und Enden, dass eine erneuerungswillige SPD gar nicht darum herumkommt das in den Blick zu nehmen. Auch im Bereich Bildung gilt: Die SPD muss endlich wieder den Mut aufbringen auch kontroverse, polarisierende Forderungen zu stellen.

Weder kämpfen Menschen für gemäßigte, entschärfte Forderungen noch begeistert man damit Wähler*innen. Eine solche polarisierende und auch wichtige Forderung ist die Abschaffung von Schulnoten. Noten sind ein Instrument um in der Schüler*innenschaft auszusieben. Zu welcher gesellschaftlichen Schicht man zukünftig gehört hängt maßgeblich von standardisierten Zahlen ab, die jegliche Individualität einzelner Schüler*innen außer Acht lassen und gleichzeitig „Fähigkeiten“ bewerten sollen. Schüler*innen wissen wie viel von ihren Noten abhängt und haben deshalb allen Grund vor der Rückgabe jeder Klassenarbeit zu zittern, was enormen Druck erzeugt. Ein weiterer zentraler Punkt in einer neuen SPD-Bildungs- und Schulpolitik muss die Abschaffung des föderalen Bildungssystems sen. Es kann nicht sein, dass es 16 verschiedene Bildungssysteme mit zum Teil großen Unterschieden im Lehrplan oder auch im Schwierigkeitsgrad des Stoffes gibt. Ein Abschluss muss überall den gleichen Wert haben – egal ob er in Bremen oder Bayern gemacht wurde. Darüber hinaus gibt noch viele weitere Forderungen, die für ein besseres Bildungssystem elementar sind und die die SPD definitiv stellen sollte. Exemplarisch seien hier kostenloses Mittagessen an Ganztagesschulen, elternunabhängiges Bafög oder freies W-LAN an öffentlichen Schulen genannt. Jedoch verfolgen all diese Forderungen den gleichen Ansatz.

Diesen für die inhaltliche Erneuerung der SPD in der Schul- und Bildungspolitik notwendigen Ansatz kann man mit folgenden Thesen zusammenfassen:
1. Wirkliche Chancengleichheit unabhängig von Wohnort oder Geldbeutel der Eltern schaffen.
2. Leistungsdruck aus dem Bildungssystem nehmen. Orte des Lernens dürfen nicht der Logik des Marktes unterworfen sein.
3. Schüler*innen stärker unterstützen und ihnen die Hilfe zukommen lassen, die sie benötigen.

This entry was posted in Allgemein, Bildung, Reihe Erneuerung and tagged , , , , , . Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.