Politik und Realität verlinken!

– Ein Gastbeitrag von Katy Hübner, ehemalige Juso-Schülerin, heute immer noch SPD-Mitglied und inzwischen Bezirksleiterin der IG BCE Karlsruhe. 

Ich bin nur noch 1 ½ Wochen lang Jungsozialistin, die Bioklippe ist in unmittelbarer Sichtweite und wenn ich zurückdenke, warum ich vor fast 19 Jahren zu den Jusos und zur SPD gekommen bin, dann war es meine Unzufriedenheit mit der bayerischen Bildungspolitik. Also habe ich Parteiprogramme gelesen (zugegeben: nur die bildungspolitischen Bereiche), Diskussionen geführt und Infostände der Parteien besucht. An dem der SPD traf ich auf einige Jusos, die mich sofort zur nächsten Sitzung einluden. Da ging es dann um den tendenziellen Fall der Profitrate, um große Systemkritik und um allgemeine Revolutionspläne: Ich habe mit 16 Jahren und als Gymnasiastin weder die Themen, noch die Sprache verstanden. Meine Frage, ob wir mal über Bildung und Schule sprechen könnten, brachte die für mich geniale Antwort, dass sich in Weiden (Opf.) gerade eine Juso-SchülerInnen-Gruppe gründen würde, bei der es ausschließlich um meine Themen ginge. Und dort traf ich Schülerinnen und Schüler, die (genau wie ich) das dreigliedrige Schulsystem abschaffen, eine Gleichwertigkeit von beruflicher und gymnasialer Bildung herstellen und für mehr Mitbestimmungsrechte der SchülerInnen eintreten wollten. Hurra. Ich hatte meine Partei gefunden.

Zu den regulären Juso-Sitzungen freitags bin ich trotzdem gegangen und habe eine Menge gelernt über Wirtschaftstheorien, Verteilungsungerechtigkeit und über Systemauseinandersetzungen. Allerdings bin ich nicht sicher, ob mich diese Debatten in der SPD gehalten hätten. Ich brauchte einen Link zu meiner eigenen Realität. Die Juso-SchülerInnen haben mir den gegeben. Und so bin ich auch heute noch (aus inzwischen völlig anderen Gründen) Sozialdemokratin. Und noch 1 ½ Wochen lang Juso.

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