Griechenland: Gewalt gegen streikende Arbeitende als Vorzeichen organisierter Konfrontation?

In Griechenland versucht die Regierung weiter den Widerstand der Arbeitenden gegen die neoliberalen „Spar“maßnahmen zu brechen. Wie ist der Einsatz von Polizei und Militär im Rahmen einer Erstürmung eines besetzten Depots der U-Bahn in Athen zu bewerten?

Offensichtlich wird neben der Einschränkung der nationalstaatlichen Souveränität eine immer härtere Gangart gegen die widerständige Bevölkerung eingelegt. Dieses Vorgehen gegen Streikende per Notstandsverordnungen und propagandistischer Verteufelung durch die Regierung kann nur als Form staatlicher Repression gewertet werden, die den Betroffenen nicht nur die sozialen Grundlage und gewerkschaftlicher Organisation sondern auch das Grundrecht auf ein selbstbestimmtes Leben abspricht.

Per Verordnung zur Wiederaufnahme der Arbeit aufzufordern kann in der Auseinandersetzung zwischen neoliberalem Diktat und Arbeitenden nur als Fortsetzung des gesellschaftlichen Kampfes mit anderen Mitteln gewertet werden. Die verzweifelte Lage der Griechen wird noch mehr solche autoritären Methoden notwendig machen, um die Bevölkerung unter „Kontrolle“ zu halten.

Wie lange solche Unterdrückung nun zunehmend auch mit physischer Gewalt „gut“ geht, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Die Solidarität anderer griechischer Transportarbeiter*innen sollte der Regierung ein deutlicher Hinweis auf mögliche größere Widerstände sein, die in Griechenland angesichts der tatsächlichen Lage von Land und Leuten bisher nahezu als „zahm“ bezeichnet werden könnten.

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