Die Forderung nach dem Burka-Verbot ist frauenfeindlich

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Die aktuelle Debatte um die Gefahren terroristischer Anschläge in Deutschland und Europa mit ismalistischen Hintergrund treibt seltsame Stilblüten. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahlen und den Umfragezahlen der AFD treibt es die CDU wieder einmal in populistisches Fahrwasser. Importiert aus Frankreich soll ein Gesetzt zum Verbot des Tragens einer Burka im öffentlichen Raum offiziell die aufgeworfenen Fragen zur Gefährdungslage in Deutschland beantworten. Diese Forderung im Jahr 2016 ist eine traurige Scheindebatte.

Fakt ist: Ein Burka Verbot trifft die Falschen. Damit wird kein einziger Anschlag in Europa und Deutschland verhindert werden. Effektiv verursacht die mögliche Umsetzung dieser Forderung, dass betroffene Frauen aus dem öffentlichen Raum verbannt werden. Das Problem ist damit nicht gelöst, es wird nur nicht mehr gesehen. Klar – kein Mensch sollte gezwungen werden, einen gewissen Kleidungsstil an den Tag zu legen, die eine entsprechende Geschlechterordnung zementiert und Symbol für eine Ungleichheit von Mann und Frau repräsentiert. Doch würde ein Burka-Verbot effektiv dafür sorgen, dass den Betroffenen noch stärker der Zugang zur Außenwelt verwehrt wird, anstatt sie von der Burka „zu befreien“. Aus einer „Medizintourismus“-Stadt wie Heidelberg sei darauf hingewiesen, dass der Niqab im Straßenbild hier eine übliche Kleidung von Tourist*innen gerade aus arabischen Ländern ist. Falls auch er unter die Regeln fallen sollte, wird eine Gruppe von Personen betroffen, die in keinster Weise die Integration in Deutschland durch ihr persönliches Erscheinungsbild beeinträchtigen werden. Die betroffenen Frauen werden aber u.U. zu Hause bleiben müssen, im Urlaub in ihren Hotels bleiben, noch stärker von der Öffentlichkeit ausgeschlossen werden. Das ist der reale Effekt einer solchen „Lösung“, die die CDU anstrebt. Letztere Punkte gelten genauso für in Deutschland wohnende Träger*innen einer Burka.

Treiber dieser Forderung ist nichts anderes als die Angst „vor dem Fremden“ in der Öffentlichkeit. Angstpolitik verändert aber nicht. Sie nimmt Chancen für Menschen wie für die Gesellschaft insgesamt. Die Burka ist in vielen Fällen ein Symbol für einen Missstand, der schwer zu ertragen ist. Doch Missstände nach dem Motto „aus den Augen aus dem Sinn“ zu lösen führt meist zu noch größeren Problemen für Betroffene und Gesellschaft gleichermaßen.

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One Response to Die Forderung nach dem Burka-Verbot ist frauenfeindlich

  1. Frau M. says:

    Ach komm… Abgesehen von einigen fragwürdigen Satzbauten ist das doch auch inhaltlich viel Quark…

    „Die Burka ist in vielen Fällen ein Symbol für einen Missstand (…)“
    –> Achja, in welchen Fällen denn nicht?

    „Fakt ist: Ein Burka Verbot trifft die Falschen.“
    –> Nein, kein Fakt. Fakt ist vielmehr, dass ein Verbot ein wichtiges Symbol für Frauen und alle Menschen, westliche wie muslimische, wäre: Frauenunterdrückung wird in Europa nicht toleriert.

    Auch das Argument:
    „Doch würde ein Burka-Verbot effektiv dafür sorgen, dass den Betroffenen noch stärker der Zugang zur Außenwelt verwehrt wird“ ist ziemlicher BS. Denn das wäre einfach eine Straftat nach STGB.

    Und, wie oben schon angesprochen, wahrscheinlich ist sogar das Gegenteil von deiner These richtig: es könnte gerade das Verbot endlich vielen Musliminnen ein Signal sein, sich zu befreien von ihren Unterdrückern und so für sie einen wirklichen Zugang zur Aussenwelt herstellen! Denn ein Zugang zur Aussenwelt im Burkagefängnis ist nämlich kein wirklicher Zugang.

    „Falls auch er unter die Regeln fallen sollte, wird eine Gruppe von Personen betroffen, die in keinster Weise die Integration in Deutschland durch ihr persönliches Erscheinungsbild beeinträchtigen werden“

    –> Auch falsch! In ganz fataler Weise verändern sie die Integration von anderen Menschen, denn sie senden das fatale Signal, dass Frauenunterdrückung hier toleriert wird, da sie im öffentlichen Raum ostentativ mittels Burka praktiziert wird.

    „Treiber dieser Forderung ist nichts anderes als die Angst „vor dem Fremden“ in der Öffentlichkeit.“

    –> Ostentative Frauenunterdrückung in der Öffentlichkeit mal ganz kurz mit „dem Fremdem in der Öffentlichkeit“ verharmlost…. schwach 🙁

    Ganz schwacher Text, und das aus der Feder eines Feministen (?)

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