Die AfD – Ojemine

Ein Gastartikel von Christina Gruber.

Wir schreiben das 21. Jahrhundert, wir sollten meinen, dass wir da auch angekommen sind. Wir schreiben Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz auf unsere Fahnen und dennoch trügt dieser Schein.

Wir schreiben das 21. Jahrhundert und sollten meinen, dass rechtspopulistische Paroli Vergangenheit wären… Ganz im Gegenteil sie sind trauriger Weise aktueller denn je…

„Ein Mensch mit Hauptschulabschluss ist in Deutschland nichts wert.“, „Wer arbeitet denn für einen Mindestlohn für 8,50 Euro, das ist doch lächerlich“, „Brüssel und die EU sind längst überfällig, ein Hoch auf die Nationalstaaten, Spanier*Innen, Griech*innen etc. nehmen unser Geld weg“, „Frauen gehören an den Herd“…. Willkommen in der Realität der AfD.

Schlimm genug, dass solche Paroli ausgesprochen werden, schlimmer noch, dass sie auch noch Resonanz finden. Sich der Diskussion mit einem Mitglied der AfD zu stellen ist fast unmöglich. Die Argumentationsweisen sind auswendig gelernt, deren Weltanschauung generell, ist scheinbar irgendwo zwischen den Jahren 1929 – 1945 stehen geblieben, obwohl sie diese Jahre oftmals selbst nicht miterlebt haben.

Hier nun der Versuch, Stammtischparoli eines AfD – Mitglieds zu widerlegen und klar zu machen, wie wichtig der Kampf gegen diese Gruppierung des intellektuellen Rechtspopulismus ist.

„Ein Mensch mit Hauptschulabschluss ist nichts wert“- Doch ist er, denn jeder Mensch ist ein kleines Rad im, nennen wir es einmal Getriebe der Gesellschaft. Jede und jeder träge seinen kleinen Teil dazu bei, dass wir als System Gesellschaft überhaupt funktionieren. Heutzutage gibt es fast keine jungen Menschen mehr, die aus ihrer Überzeugung heraus Handwerksberufe erlernen. Das System Kapitalismus suggeriert uns durch die Reihen hinweg, dass nur Leistung und Schnelligkeit etwas wert sind. Genau dies unterstützt die AfD mit diesem Statement. Aus vielen Freundschaften und Bekanntschaften, weiß ich, dass es möglich ist den 2. oder 3. Bildungsweg zu gehen und sich über einen Werkrealabschluss, mittlere Reife und Fachhochschulreife einen Ausbildungsplatz und eine Festanstellung in einem Betrieb zu sichern, was sicherlich kein einfacher Weg ist. Aber viele schaffen diesen Weg, besonders auch die, die Deutschland oder Europa als Zuflucht ersucht haben, weil sie in ihrer Heimat keine Chance auf ein Leben in Frieden ohne Krieg haben oder hatten.

„Wer arbeitet denn für einen Mindestlohn für 8,50 Euro, das ist doch lächerlich“- Nein, sowas ist beim besten Willen nicht lächerlich. Natürlich wäre es schön, wenn der Mindestlohn 10 Euro oder mehr betragen würde, aber 8,50 Euro sind ein beachtlicher erster Schritt. Fakt ist, dass viele Menschen, darunter Friseur*Innen für einen Lohn von gut 3 Euro die Stunde arbeiten. Fakt ist, dass ein Mensch mit gut 3 Euro für die Stunde fast nicht überleben kann und nicht einmal in der Lage ist, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Das ändert sich für die Menschen die in dieser Niedriglohnklasse arbeiten nun, was doch generell einmal erfreulich ist und nicht „lächerlich“.

„Brüssel und die EU sind längst überfällig, ein Hoch auf die Nationalstaaten, Spanier*Innen, Griech*Innen etc. nehmen unser Geld weg“ – NEIN die EU ist nicht überfällig, die EU ist notwendiger denn je, sowohl aus wirtschaftspolitischer Sicht, als auch was noch viel weiter oben steht in der Rangliste der Wichtigkeit der EU, die friedenspolitische Sicht. Die EU ist eine Gemeinschaft von Ländern die für gleiche Ideale der friedlichen Gemeinschaft stehen sollte und mit allen seinen Mitgliedsstaaten gemeinsam gegen Rechtextremismus und Armut vorgehen sollte. Gerade weil die EU Staaten, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken muss Aufklärungsarbeit in dem Sinne geleistet werden, dass diese Staaten nach Regeln und Vorgaben der EU eine neue Starthilfe bekommen um somit nicht in eine starke Krise zu verfallen. In der Geschichte der Bundesrepublik spielte schließlich auch die Unterstützung im Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg eine große Rolle im Hinblick auf den darauf folgenden Wirtschaftsaufschwung.

„Frauen gehören an den Herd…“  – wieder ein lautesNEIN. Frauen sollen selbstbestimmt über ihr eigenes Leben entscheiden können. Dazu gehören die Wahl des Bildungsweges und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Letzteres ist der wichtigere Aspekt im Leben einer Frau. Die Selbstbestimmtheit zu sagen, meine Kinder gehen in die Krippe und in den Kindergarten, damit ich meinen Beruf weiter ausüben kann, jedoch sollte auch die „Beurlaubungsmöglichkeit“ offen gehalten werden, da dies auch zur Entscheidungsfreiheit gehört, für seine Kinder in einem Zeitraum x länger zu sorgen. In diesem Fall sollten die Wiedereinstiegsmöglichkeiten so ohne Schranken und Hürden der Bürokratie gewährleistet sein. Generell ist zu sagen, dass wir als Frauen nicht die Bediensteten der Männer sind und schon gleich dreimal nicht die Gebärmaschinen um der „Nation den Nachwuchs zu sichern“.

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